Spendenmarathon mal anders: Fluchtroute um aufdringliche Flyer-Verteiler herum wird zur angesagten Einkaufsstraße

Um mit dir über Mülltrennung und Bienensterben zu reden, ist ihnen beinahe jedes Mittel recht: gemeint sind die sogenannten Dialoger, die du wahrscheinlich eher als nervige Flyer-Verteiler und Unterschriftensammler kennst.
Darum meiden viele Fußgänger in den Einkaufsstraßen diese Menschen gezielt. Dies haben sich jetzt große Marken mit einer cleveren Geschäftsidee zu nutzen gemacht. 


München. Wer kennt sie nicht?! Die immer gut gelaunten, kommunikativen Dialoger, die gefühlt jede Kreuzung  mit einem großen Sonnenschirm und einem noch größeren aufgesetzten Lächeln in Anspruch nehmen und aus scheinbar jedem Teil ihres Körpers einen Flyer zaubern können.
Meistens tragen diese Dialoger alle dieselbe Uniform, je nachdem bei welcher Umwelt- bzw.  Tierschutzorganisation sie arbeiten. Nur in der Art, wie sie auf dich zukommen und dich begrüßen, kann man sie unterscheiden. Manche suchen den schnellen Kontakt zu dir und kommen im Hopserlauf auf dich zu. Andere formen auf dem Weg zu dir mit ihren Händen einen Regenbogen und begrüßen dich mit einen langgezogen „HAAALLLLOOOO“. Darauf folgt die Frage: „Magst du Eisbären?“ mit dem freundlichen Hinweis „Sie sterben nämlich“.
Die verschiedenen Taktiken der Passanten, um das drohende Gespräch zu verhindern, reichen vom höflichen Ablehnen bis zum panischen Weglaufen.
Die große, stille Mehrheit macht jedoch lediglich einen weiten Bogen um diese Menschen. Genau dieser Bogen wird für viele Firmen nun deutlich interessanter und lukrativer. So hat Starbucks dort eine weitere Filiale eröffnet, welche die Produkte noch besser auf die Bedürfnisse dieser neuen Zielgruppe angepasst hat. Der neue „Coffee to Run“ wird ähnlich wie bei einem Marathon auf einem Tisch platziert, welchen sich die Kunden im Vorbeigehen mitnehmen können, während sie den nervigen Dialogern ausweichen.

McDonalds, Starbucks, H&M und auch viele kleine Stände haben das Gebiet des „Fluchtweges“ untereinander aufgeteilt.

Wir haben uns erkundigt, wonach die fliehenden Passanten auf dieser alternativen Route speziell Ausschau halten: „Angespitzte Besenstiele sind gerade sehr beliebt“ meint einer der Standbesitzer gegenüber Bildungsbad. „Mit ihnen kann man eifrige Dialoger auf Distanz halten“. Auch sonst bieten die Verkäufer alles, was das Herz begehrt. Ein anderer Verkäufer berichtet: „Ich vermiete unechte Mäntel aus Robbenbabys. Damit rächen sich die Leute bei den aufdringlichen Dialogern, weil sie ihretwegen zu spät zu einer Verabredung gekommen sind.“
Aber auch Großkonzerne wie H&M haben sich an diesem ganz besonderen Trampelpfad angesiedelt und verkaufen komplette Outfits komplett im Camouflage-Print, mit denen die Passanten quasi unsichtbar werden.

Nun stellt sich jedoch die Frage: Muss ich ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich die Dialoger ignoriere? Schließlich tun sie ja etwas für einen guten Zweck.

 „Nein!“ meint eine Verkäuferin, die mit Echt-Leder handelt. „Die sind nur deshalb so motiviert, weil die für jede Unterschrift oder Spende eine Prämie erhalten. Ansonsten wären die bei der Arbeit viel öfter am Smartphone!“ Jedoch ist dies nur die halbe Wahrheit. Ein Insider offenbart gegenüber Bildungsbad, dass die ursprünglichen Dialoger wegen der geringen Spendenausbeute längst weitergezogen sind und nun, auf dem freien Areal H&M-Praktikanten in neongrünen Jacken ihr Unwesen treiben. Sie sollen den Anschein wahren, dass sie Mitarbeiter von Greenpeace seien und so dafür sorgen, dass die ahnungslosen Passanten auch weiterhin auf der alternativen Fluchtroute ihr Geld ausgeben.

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