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Aufregung in Berlin: Neuer Mieter stellt sich Nachbarn vor

Unglaubliches spielte sich vergangenen Dienstag im Berliner Stadtteil Mitte ab. Werner Dietrich (51) öffnete gegen 14 Uhr Ortszeit nichtsahnend seine Haustür, nachdem es zwei Mal kurz geklingelt hatte. Was daraufhin folgte, sind Szenen, wie man sie höchstens aus dem Berliner Umland kennt.

Denn vor Werner Dietrichs Haustür stand ein junges Pärchen, dass sich lächelnd vorstellte und berichtete, dass sie die neuen Mieter von gegenüber seien. Sofort überschlugen sich Dietrichs Gedanken: Wo soll das denn hinführen? Muss ich jetzt immer ihre Post annehmen, wenn die nicht da sind, oder ihre Pflanzen gießen, wenn sie mal verreisen?

Mit seiner Angst ist Werner Dietrich nicht alleine. Auch die anderen Mieter begegnen der aufkommenden Freundlichkeit in ihrem Haus mit Ablehnung. Frau Müller (46) aus dem 1. Stock äußerte gegenüber dem Bildungsbad ihren Unmut: „‘N kurzet Nicken im Treppenhaus is‘ ja oke, aber wat die beiden hier veranstalten – dit geht ja nich“.

Herr Gonzales (33) aus dem 4. Stock ist ähnlicher Meinung: „Wenn ich früher mein Fahrrad im Treppenhaus stehen gelassen habe, wurden mir direkt die Reifen zerstochen und ich bekam einen Zettel, wo draufstand: „Mach das nie wieder du Arschloch“. Wenn ich jetzt mein Fahrrad dort stehen lasse, habe ich sogar das Gefühl, dass mehr Druck auf den Reifen ist, als vorher“.

Doch die alteingesessenen Mieter arbeiten gemeinsam an einer Lösung für ihr Problem – durch Klopfzeichen und das Imitieren von Vogellauten warnen sie sich nun gegenzeitig, falls die neuen Mieter das Haus betreten oder verlassen sollten. Das Ganze gipfelte in der Gründung einer eigenen WhatsApp-Gruppe, um den Informationsfluss durch das Haus zu optimieren. „Ick war noch nie Teil von sowat Großem“, sagte Frau Müller mit gedämpfter Stimme, während sie sich hinter einen Treppengeländer klein machte, um den reinkommenden Pärchen nicht „Hallo“ sagen zu müssen.

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