hitlergruß

595 Abgeordnete zeigen Hitlergruß bei AfD-Antrag

Der Bundestag ist scheinbar rechter als bisher angenommen. Als es um die Ablehnung des ersten AfD-Antrages per Hand-Abstimmung ging, reckten 595 Abgeordnete ihren rechten Arm in die Höhe. Ein Experte für Körperspräche hält das für einen Hitlergruß. Besonders bemerkenswert: Die Arme der AfD-Abgeordneten blieben unten.

Immer wieder war vor der ersten Sitzung im neubesetzten Parlament diskutiert worden, wie viel rechten Einfluss die AfD nehmen könnte. Doch scheinbar muss man sich um die etablierten Parteien und auch die FDP noch mehr Sorgen machen. Von insgesamt 709 Abgeordneten stimmten 595 mit einem Hitler-Gruß gegen den AfD-Antrag. Die 92 Parlamentarier der AfD hatten schon zuvor für den Antrag abgestimmt. 22 Politiker enthielten sich.

Auch inhaltlich Nazi-Parallelen?

Mit dem Antrag wollte die AfD erreichen, dass die erste Sitzung nicht wie vorgesehen vom Alterspräsidenten Hermann-Otto Solms, sondern von einem anderen Versammlungsleiter eröffnet wird. Im letzten Jahr hatte der alte Bundestag beschlossen, dass von nun an nicht mehr der älteste, sondern der dienstälteste Parlamentarier die erste Sitzung eröffnet. Sonst wäre diese Rolle wohl einem AfD-Mitglied zuteil geworden.

Der erste parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Bernd Baumann, sieht auch politische Parallelen: „Nur einmal wurde die Ältesten-Regel bisher gebrochen – 1933 vom Nationalsozialisten Hermann Göring. Er wollte damit politische Gegner ausgrenzen- genau wie die anderen Parteien jetzt“. Das zeige doch schon alles. „Außer uns sind das doch alles Nazis“, schimpft er.

Gestikforscher identifiziert Haltung eindeutig als Hitler-Gruß

Zumindest was die Gestik angehe, seien rechtsextreme Tendenzen im Bundestag zu erkennen, sagt der Gestik-Forscher Fritz Ornfeld: „Die meisten Abgeordneten streckten ihren rechten Arm schräg nach oben, damit kann nur der Hitler-Gruß gemeint sein“. Die Haltung sei aber noch ausbaufähig. „Besonders schlecht ist die Haltung der Hände. Die deuten eher auf einen Busfahrer- als auf einen Hitlergruß hin“, sagt Ornfeld.

 

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